Warenwirtschaft in der Gastronomie
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Einführung in das Lernfeld 2: Warenwirtschaft in der Gastronomie
Das Lernfeld 2 behandelt die umfassenden Prozesse der Warenbeschaffung, Warenannahme, Lagerung und Pflege von Gütern in Gastronomiebetrieben. Ziel ist die Sicherstellung effizienter und wirtschaftlicher Abläufe.Warenmagazin und Warenwirtschaft
Ein Magazin bezeichnet in der Gastronomie verschiedene Warenlager, in denen Güter nach Bedarf abgerufen und angenommen werden. Die Größe eines Betriebs beeinflusst die Lagergestaltung und das System. In größeren Hotels ist oft ein Magazinverwalter für den Wareneinkauf, die Kontrolle von Wareneingang und -bestand, die Ein- und Auslagerung, die Führung von Warenbestandsdateien, die Organisation von Inventuren (mindestens einmal jährlich) sowie die Erstellung und Pflege von Verbrauchsstatistiken zuständig.Die Warenwirtschaft umfasst alle verwaltungstechnischen, wirtschaftlichen und lagertechnischen Abläufe. Sie gliedert sich in zwei Hauptbereiche:
- Betriebswirtschaftlicher Bereich: Beinhaltet die Beschaffung und Kontrolle von Waren, Vertragsabschlüsse, Bestandsüberwachung, Durchführung von Inventuren und die Erstellung des Inventars.
- Lagertechnischer Bereich: Umfasst die sachgerechte Lagerung (z.B. von Lebensmitteln, Wäsche, Geschirr), die Ermittlung des Bedarfs, die technische Ausstattung der Lagerräume, die Einhaltung von Unfallbestimmungen und die Überwachung der klimatischen Verhältnisse.
Warenbeschaffung
Ein gut geplanter Einkauf ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Ziel ist es, die beste Qualität zum besten Preis zu erhalten. Die Ermittlung des Warenbedarfs berücksichtigt Faktoren wie Gästezahlen, Speise-/Getränkeangebote, Lagerbestand, saisonale Produkte, Lagerkapazität und Haltbarkeit. Der Einstandspreis einer Ware wird berechnet aus dem Angebotspreis abzüglich Rabatten und Skonto, zuzüglich Bezugskosten.Beschaffungsmöglichkeiten umfassen:
- Vorratsbeschaffung: Für ständig benötigte Waren (z.B. Salz, Öl).
- Absatzbezogene Beschaffung (Just-in-Time): Für verderbliche Waren (z.B. Gemüse, Fleisch).
- Einzelbeschaffung: Für besondere Anlässe (z.B. Kaviar).
Kaufvertrag und Konditionen
Ein Kaufvertrag ist eine zweiseitige Willenserklärung, bei der Güter gegen Bezahlung den Besitzer wechseln. Gültigkeitsvoraussetzungen sind Zweiseitigkeit, übereinstimmende Willenserklärungen, Freiwilligkeit, Erlaubtheit, Möglichkeit und Geschäftsfähigkeit.Kaufverträge werden unterschieden nach:
- Art und Güte: Kauf auf Probe (Ware wird getestet und kann zurückgegeben werden), Kauf nach Probe (Qualität der Probe ist verbindlich), Kauf zur Probe (geringe Menge zur Ansicht mit Aussicht auf Großabnahme).
- Lieferzeit: Kauf auf Abruf (Großmengen werden bei Bedarf geliefert), Sofortkauf (Standard in Gastronomie), Fixkauf (Ware nur zu festem Termin nützlich), Zweckkauf (Ware für bestimmten Zweck, bei Lieferverzug nutzlos), Terminkauf (Lieferung innerhalb bestimmter Frist).
Lieferbedingungen regeln Erfüllungszeit, -ort und den Risiko-Kosten-Übergang. Wichtige Klauseln sind „Ab Werk/Lager/Fabrik“, „Frei Haus“, „Frachtfrei“ und „Unfrei“.
Bei Nichterfüllung des Vertrages (z.B. Lieferverzug, Mängel) stehen dem Käufer Rechte wie Mahnung und Nachbesserung zu, entstandener Schaden ist grundsätzlich geltend zu machen.
Warenannahme
Die Warenannahme ist der rechtliche Gefahrenübergang vom Lieferanten zum Betrieb. Eine sorgfältige Prüfung der Ware ist unerlässlich. Erforderliche Dokumente und Arbeitsmittel (z.B. Bestellschein, Lieferschein, Thermometer) müssen bereitliegen.Der Prozess umfasst den Vergleich von Bestellschein, Ware und Lieferschein, die Kontrolle von Qualität und Quantität, die Einhaltung von Hygienevorschriften (z.B. Lagertemperatur), sowie die korrekte Verbuchung von Pfandbehältern. Die Warenannahme-Checkliste und das Wareneingangsprotokoll detaillieren die Schritte zur Überprüfung von Lieferort, Datum, Menge, Gewicht, Qualität, Temperatur und Haltbarkeitsdaten, die Rücksendung mangelhafter Ware und die korrekte Verbuchung und sachgemäße Lagerung der Güter.
Warenlagerung – Grundsätze und Lagerarten
Die Warenlagerung sichert die Versorgung des Betriebs und fängt Rückläufe auf. Grundlegende Prinzipien sind:- Hygiene: Bauliche Vorgaben für Decken, Wände, Böden, Fenster, Türen und Regale, die glatt, waschbar und leicht zu reinigen sein müssen, um Schmutz und Keime zu vermeiden.
- Trennung: Strikte Trennung von „reinen“ (keimarmen) und „unreinen“ (keimbelasteten) Lebensmitteln.
- Lagertemperatur: Angepasst an die Bedürfnisse der Lebensmittel, da die Vermehrungsgeschwindigkeit von Mikroben direkt damit zusammenhängt (z.B. Trockenlager 10-15°C, Kühllager für Fisch -2-+2°C, Tiefkühlhaus -18 bis -25°C).
- Luftfeuchte: Anpassung an Lebensmittel, um Schimmelbildung, Verklumpen oder Austrocknen zu verhindern.
- FIFO (First In, First Out): Lagerdrehung, damit ältere Ware zuerst verbraucht wird.
- Fristen: Beachtung von Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum.
Lagerverwaltung und Inventur
Die Lagerfachkarte bietet eine schnelle Übersicht über den Bestand am Lagerort. Die Lagerkarteikarte in der Magazinverwaltung dient als detaillierte Aufzeichnung über Bestand und Bestellbedarf.Die Inventur (jährlich, quartalsweise, monatlich) ermittelt den tatsächlichen Bestand durch Zählen, Wiegen und Messen. Wichtige Inventurformeln umfassen die Berechnung des durchschnittlichen Lagerbestands, des Warenumschlags (Umschlaghäufigkeit), der durchschnittlichen Lagerdauer, des Meldebestands (MEB) und des Mindestbestands (MIB), sowohl in Mengen als auch in monetären Werten.
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